Markt Grafengehaig

Markt Grafengehaig – Aktuelles

Aus der Marktgemeinderatssitzung am 22. Juni 2020

Das Investitionsprogramm der Marktgemeinde sieht für die Jahre 2021 bis 2023 die Ertüchtigung der Kläranlage Grafengehaig mit Kosten von insgesamt 1,3 Millionen Euro vor.

Auf dem Grundstück Hauptstraße 21 soll nach dem Willen des Marktgemeinderates in den Jahren 2021 und 2022, zur Schaffung von benötigtem Wohnraum im Ortskern, mit Kosten von voraussichtlich 1,2 Millionen Euro ein Mehrfamilienwohnhaus errichtet werden. Im Hintergrund (rechts), eingerüstet, das zukünftige Grafengehaiger Dorfgemeinschaftshaus.

Haushalt 2020

Der Haushalt 2020 der Marktgemeinde Grafengehaig hat ein Gesamtvolumen von 4,55 Millionen Euro und ist damit um 400.000 Euro größer als im Vorjahr 2019. Der Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 1,885 Millionen Euro und der Vermögensansatz mit 2,667 Millionen Euro ab. Vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt werden 111.000 zugeführt. "Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir uns selbst finanzieren können. Dazu haben unsere VG-Kämmerin Mandy Knarr und Geschäftsstellenleiter Michael Laaber viel beigetragen. Darauf können wir nach zwölf Jahren Konsolidierung stolz sein und die großen Investitionen aus dem Haushalt bezahlen. 1,3 Millionen Euro sind für das Dorfgemeinschaftshaus Marktplatz 1 bereitgestellt. Über die Sanierung der Straße Weidmes-Guttenberger Hammer, für die wir heuer 260.000 Euro eingestellt haben, müssen wir uns aber nochmals ausführlich unterhalten. Und wir müssen schauen, dass wir noch mehr sparen und weiter Stabilisierungshilfen bekommen, um mit Grafengehaig weiter vorwärts zu kommen, ohne groß neue Schulden zu machen", betonte Erster Bürgermeister Werner Burger.

Kämmerin Mandy Knarr ging auf wichtige Daten des weiteren Etats 2020 ein: 115.000 Euro werden an Grundsteuer- und 60.000 Euro an Gewerbesteuerzuweisungen erwartet. 412.000 Euro fließen als Gemeindeanteil an den Gemeinschaftssteuern. Auf rund 569.000 Euro, und damit auf knapp 80.000 Euro mehr als im Vorjahr, summieren sich die Schlüsselzuweisungen. Die Benutzungsgebühren sowie Entgelte machen 203.000 Euro aus und an Miet- und Pachteinnahmen fließen 98.000 Euro. An Zuweisungen und Zuschüssen sind 65.000 Euro für den Straßenunterhalt, 88.000 Euro für den Kindergarten sowie 30.000 Euro für das Kanalkataster eingeplant. 25.000 Euro bringen die Konzessionsabgaben.

In den Finanzausgaben schlägt die Zuführung von 111.000 Euro an den Verwaltungshaushalt zu Buch. An Kreisumlage sind 337.000 Euro, und damit knapp 60.000 Euro weniger als 2019, an Kreisumlage zu zahlen. An Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft sind 185.000 Euro zu berappen. Die Personalausgaben betragen 292.000 Euro. 150.000 Euro sind für den Unterhalt und die Bewirtschaftung der Grundstücke und baulichen Anlagen vorgesehen, 58.000 Euro für Geräte und Fahrzeuge sowie 57.000 Euro für Mieten und Leasing. 31.500 Euro kostet die Schülerbeförderung sowie 63.000 Euro die Erstattungen an Schulverbände und Gastschulbeträge. 167.000 Euro sind für Kinderbetreuungseinrichtungen eingeplant sowie 22.000 Euro für die Straßenbeleuchtung. 103.000 Euro wurden für die Erstellung des Kanalkatasters und Wasserrechtverfahrens eingestellt.

Die Entnahme von 1,445 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage ist der Hauptposten der Einnahmen im Vermögenshaushalt, der 2,667 Millionen Euro umfasst. Weitere 1,066 Millionen Euro fließen an Zuweisungen und Zuschüssen. 111.000 Euro kommen aus dem Verwaltungsetat. 1,5 Millionen Euro stehen für den Umbau des Hauses Marktplatz 1 zum Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern bereit. 160.000 Euro sind für Straßensanierungen eingestellt. Für die Kosten des Abrisses der Häuser Eppenreuth 18 sowie Grafengehaig, Hauptstraße 21, sowie die Planungskosten und Freiflächengestaltung sind 481.000 Euro eingeplant. 75.000 Euro werden an Darlehen getilgt. Damit beträgt die Verschuldung des Marktes Grafengehaig zum Jahresende 2020 lediglich noch 147.000 Euro.

Das Investitionsprogramm sieht für die Jahre 2021 bis 2023 die Ertüchtigung der Grafengehaiger Kläranlage mit insgesamt 1,3 Millionen Euro vor. Weiter vorgesehen ist das 2. Förderverfahren zum Breitbandausbau mit knapp einer Million Euro, bei einer Förderung von 90 Prozent. Eingeplant ist die Errichtung eines Wohnhauses auf dem Grundstück Hauptstraße 21 in den Jahren 2021 und 2022 mit insgesamt 1,2 Millionen Euro. Hier wird nach den Worten von Bürgermeister Werner Burger mit einer Förderung von 30 Prozent gerechnet.

"Die Haushaltslage des Marktes Grafengehaig hat sich positiv entwickelt. Durch die Haushaltskonsolidierung konnten Schulden abgebaut und gleichzeitig Rücklagenmittel aufgebaut werden. Auch im vergangenen Jahr unterstützte der Freistaat Bayern den Markt in Form von Stabilisierungshilfen", sagte Burger. Wie der Markt Grafengehaig die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen wird, bleibe abzuwarten. Von einer Verschlechterung der finanziellen Situation kann jedoch ausgegangen werden. Um von den positiven Effekten der Konsolidierung gerade jetzt möglichst lange profitieren zu können, sollte die Marktgemeinde weiterhin an der Haushaltskonsolidierung festhalten, schloss Erster Bürgermeister Werner Burger.

Der Marktgemeinderat stimmte der Haushaltssatzung für das Jahr 2020 einstimmig zu. Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen sind nicht vorgesehen. Die Steuerhebesätze sind bei der Grundsteuer A mit 390 vom Hundert (v.H.) sowie die Grundsteuer B mit 380 v.H. und Gewerbesteuer mit 330 v.H. festgesetzt. Einmütig stimmte das Ratsgremium auch dem Finanzplan für die Jahre 2019 bis 2023 zu.