Markt Grafengehaig

Markt Grafengehaig – Aktuelles

700 Jahre Grafengehaig - Erföffnungsfeier mit Neujahrsempfang

Landrat Söllner (links) neben Bürgermeister Werner Burger bei seinem Grußwort.

Historische Gedanken von Harald Dietzel

Adrian Roßner, Heimatforscher und Historiker, sorgte mit seinen "Gschichtla" für hervorragende Unterhaltung.

Die Langenbacher Volksmusikanten sorgten für eine stimmungsvolle Umrahmung der Veranstaltung

Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Karl Horn und dem Neujahrsempfang in der Frankenwaldhalle war der Jubiläums-Festabend "700 Jahre Grafengehaig" der Marktgemeinde verknüpft.

"2018 ist kein normales Jahr für Grafengehaig, denn wir können heuer auf eine 700-jährige Geschichte von 1318 bis 2018 zurückblicken", sagte Bürgermeister Werner Burger. Trotz des aussagekräftigen Ortsnamens, so Burger, handle es sich bei Grafengehaig doch eher um ein historisches Dahinplätschern eines nun einmal nicht sehr gewichtigen Marktfleckens. Es fehlten "haushohe Wellen" im Geschichtsbild, anstelle zeitgeschichtlicher Wunden fänden Historiker höchstens einige unbedeutende Kratzer, die das Antlitz Grafengehaigs aus heutiger Sicht bestimmten. Doch es reiche allemal, an Land und Menschen Spuren zu hinterlassen.

Der Wandel habe aus der ehemaligen Rodung im Frankenwald eine blühende Marktgemeinde mit reicher und stolzer Kultur, wirtschaftlicher Substanz und hoher Wohnqualität in landschaftlich reizvoller Lage werden lassen. Menschen, Natur und Kultur als eine Einheit zu sehen, dafür Verantwortung zu tragen und im harten Existenzkampf zu bestehen, habe die heimatverbundene wie weltoffene Bevölkerung geprägt.

In dieser wechselvollen Geschichte, begonnen mit der Rodung der Wälder und Ansiedlungen von Bauern und Taglöhnern, Handwerkern und Handwebern, die sich rund um das damals kleine Kirchlein scharten, wurde ein Dorf und Marktflecken. Viele Generationen gestalteten das Leben und die Arbeit im dörflichen Geschehen. "Grafengehaig hat sich im Laufe der Jahre vom Bauern- und Handweberdorf zu einem Dorf der mittelständischen Webereien, mit Handwerkern, Geschäftsleuten und Mitarbeitern in der gewerblichen Wirtschaft entwickelt. Die heutige Zeit lässt unsere so blühende Vergangenheit etwas schrumpfen. Unsere vielfältige Landwirtschaft umfasst nur noch wenige Betriebe. Die beschauliche Zeit ist mitunter einfach vorbei", stellte Burger fest. Genauso verhalte es sich mit der Webere, auch hier habe eine gewaltige Veränderung stattgefunden. "Wir nehmen den Wandel der Zeit aber an, weil uns auch nichts anderes übrig bleibt."

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Firmen, Gewerbetreibenden und Vereinen, ohne die der Markt Grafengehaig längst nicht das wäre, was er heute ist. Ebenfalls dankte er Landrat Klaus Peter Söllner und den Abgeordneten für die Unterstützung. Besonders lobte er den Gemeinderat für die konstruktive und zielgerichtete Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünschte Burger allen viel Gesundheit, Elan und Durchhaltevermögen fürs Ehrenamt sowie ein gutes Miteinander zum Wohle von Grafengehaig.

Mit den Worten "Ich wünsche allen einen schönen Abend und gutes Jahr mit noch vielen gelungenen Beiträgen zur 700-jährigen Geschichte unseres Ortes", eröffnete Erster Bürgermeister Werner Burger das Jubiläumsjahr offiziell.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner blickte auf ein stolzes Jubiläum und ein Jahr, das sicher großartig werde. "Ihr werdet Erfolg haben, um den begonnenen Weg fortzusetzen, denn ihr Grafenhaiger behauptet euch auch in der Gegenwart", sagte Söllner in Anspielung auf die Konsolidierungsbemühungen der Gemeinde, die nun bei der energetischen Sanierung der Frankenwaldhalle eine Chance ergriffen habe.

In Grafengehaig seien Musik, Natur und Kultur eine Einheit, der Jubiläumsabend signalisiere neben der stolzen Vergangenheit eine gute Zukunft, erklärte Söllner bei der Übergabe einer Spende an Werner Burger.

Bei schmissigen Klängen der Langenbacher Volksmusikanten und gekonnt vorgetragenen Liedern wie "Der Lindenbaum", "Kein schöner Land" und "Abendfrieden" des Männergesangvereines "Concordia" Grafengehaig verlebten alle Gäste einen schönen Jubelabend.

Unter dem Thema "Grafengehaig, ein uralter Ort mit vielen Rätseln" hatte Harald Dietzel in seinem Kurzvortrag an die Vergangenheit erinnert. Weitere Informationen dazu verspricht der Vortragsabend des Frankenwaldvereines Grafengehaig am 10. Februar in der Gaststätte der Frankenwaldhalle.

Adrian Roßner gefiel mit seinen Mundart-Anekdoten und G'schichtla, die so manches Schmunzeln hervorriefen.

Nicht fehlen durften einige deftige Sprüch'.

Zweiter Bürgermeister Volker Kirschenlohr zeigte zudem Bilder von der jüngeren Geschichte (1895 bis 2017) Grafengehaigs.

Erster Bürgermeister Werner Burger bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern für die erfahrene Unterstützung.