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Dorfladen Grafengehaig - Unner Lädla

Unsere Öffnungszeiten:

Montag 6.30 Uhr - 12 Uhr

Dienstag - Freitag 6.30 Uhr - 18 Uhr

Samstag 6.30 Uhr - 12 Uhr

Kontakt:

Hauptstr. 23, 95356 Grafengehaig

Tel.: 09255/807542

Fax: 09255/807544

 

In vor allem ländlichen Gemeinden ist das Thema „Aussterben der traditionellen Dorfläden“ sehr präsent. Es entschließen sich deswegen immer mehr Kommunen dagegen anzukämpfen und selbst aktiv zu werden. Doch in kleinen, strukturschwachen Dörfern siedeln sich keine großen Discounter an, da der Absatzmarkt fehlt. In Grafengehaig stellte sich die Frage „Was tun?“

In Grafengehaig musste das letzte Geschäft im Jahre 2006 schließen, da der Umsatz fehlte und das vorhandene Konzept veraltet war. Für die Grafengehaiger gab es im eigenen Ort keinerlei Einkaufmöglichkeit mehr. Der nächstgelegene Supermarkt liegt 6 Kilometer entfernt und ist wegen der sehr schlechten Busverbindungen kaum zu erreichen. Außerdem führt der weiter anhaltende demographische Wandel zu einer immer älteren Bevölkerung, die nicht mehr so mobil ist. Deswegen war klar, dass vor allem für diese Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit geschaffen werden musste, auch zu Fuß ein Geschäft zu erreichen, das ausreichend Artikel anbietet, um die Grundbedürfnisse zu stillen.

Anfang 2009 fuhr der Marktgemeinderat nach Heilgersdorf, Landkreis Coburg, wo es bereits einen gut laufenden Dorfladen gab, um sich zu informieren. Im Anschluss befasste man sich ausführlich mit der Klärung wichtiger Fragen, wie zum Beispiel der Finanzierung und der möglichen rechtlichen Form eines Dorfladens. Es wurde eine Informationsveranstaltung abgehalten zu der alle interessierten Bürger kommen konnten, um sich so einen umfassenden Eindruck vom Modell „Dorfladen“ zu machten. In Folge dessen wurde ein Businessplan erarbeitet, der als Grundlage für die Wirtschaftlichkeit und Liquidität diente. Daraufhin gab es bereits zur Kirchweih 2009 einen Probelauf mit Kaffee und Kuchen. Die Bürger konnten sich anhand von Plänen und Bildern einen konkreten Überblick verschaffen, wie der künftige Dorfladen aussehen sollte. 125 Personen aus der Marktgemeinde Grafengehaig haben sich finanziell mit insgesamt 27.000 Euro am Dorfladen beteiligt. Außerdem kamen dem Projekt Spenden in Höhe von 12.500 Euro von der Raiffeisenbank und der Sparkasse zu Gute.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Grafengehaiger Bürger wurden zahlreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen. In Eigenregie wurde die Inneneinrichtung aufgebaut. Einrichtungsgegenstände, wie Kühltruhen oder andere Geräte konnten gebraucht sehr kostengünstig erstanden werden. So nahmen Bürgermeister Werner Burger und Geschäftsführer Michael Laaber eine 13-stündige Reise mit dem LKW auf sich, um eine Ladentheke im Raum München abzuholen. Die 5 m lange Theke hatte einen Neupreis von 35.000 Euro und konnte auf Ebay für 1.000 Euro erstanden werden. Der Dorfladen brachte den Grafengehaigern, außer neu geformtem Zusammenhalt, auch noch vier neue Arbeitsplätze. In dem Laden sind eine Vollzeitkraft und drei Teilzeitkräfte beschäftigt. Getauft wurde der Dorfladen auf den Namen „Unner Lädla“ und konnte dank fördernder Werbung, zum Beispiel durch das Bayrische Fernsehen, SAT 1 und Oberfranken TV einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen und bis zur offiziellen Eröffnung am 23.03.2010 immerhin 65.000 Euro als Startkapital verbuchen. Somit ist mit dem Dorfladen wieder eine zentrale Anlaufstelle für die gesamte Marktgemeinde geschaffen worden, in dem Freundschaften gepflegt und Informationen ausgetauscht werden können. „Das Lädla“ stellt eine enorme Bereicherung für die Dorfgemeinschaft da. Damit hat sich die Aussage des Grafengehaiger Bürgermeisters Werner Burger, „wenn wir das Wir-Gefühl rüberbringen, dann haben wir schon gewonnen“, welche er nach der ersten Besichtigung des Dorfladens in Heilgersdorf tätigte, bewahrheitet.

Der Dorfladen in Grafengehaig ist nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern er soll auch die gesamte wirtschaftliche Lage der Marktgemeinde und deren angrenzende Gebiete dauerhaft verbessern. Es sollte keine Konkurrenz aufgebaut werden, sondern ein Miteinander. Viele regionale Anbieter liefern Wurstwaren, frische Blumen, Getränke, Backwaren, Obst Gemüse u.v.m. Einige Hofläden zählen ebenfalls zu den Lieferanten des Dorfladens. Der Geschäftsführer Michael Laaber hält auch in Zukunft an seinem Motto „ Aus der Region für die Region“ fest und stellt damit klar, dass er sehr zufrieden mit der Qualität der Ware ist und somit auch weiterhin auf regionale Unternehmen baut.

Der Dorfladen hat mittlerweile einen Holdienst für die Bürger eingerichtet, EC-Kartenzahlung ist möglich und die Bürger können sich auch Geld im Laden abholen.

Stolz präsentieren (v. l.) Nicole Hiecke und Marktleiterin Irmgard Raupach die Torte zur Eröffnungsfeier.
(v. l.) Verkäuferinnen Nicole Hieke und Gudrun Kemnitzer, Geschäftsführer Michael Laaber, Marktleiterin Irmgard Raupach, Verkäuferin Madeleine Keil und Bürgermeister Werner Burger